Embodiment

Mit dem Körper verbinden

Embodiment

Warum es wichtig ist, auf unseren
Körper zu hören

Embodiment, was ist das eigentlich? Wenn du diesen Begriff in eine Suchmaschine eingibst, wirst du dich vielleicht wundern, wieviel es zu diesem Begriff gibt, auch wenn er gar nicht alltäglich ist.

 

Wie ich es gelernt habe, wie ich es erlebe und warum mir die Verbindung zum Körper im Sinne einer Wahrnehmung der Körpersignale wichtig ist, erläutere ich dir hier.

 

Alles, was wir erleben, denken und fühlen spiegelt sich in unserem Körper wieder. Meist sind diese Körperreaktionen mit Bewertungen einer erlebten Situation und den dazugehörigen Emotionen verknüpft. Der Körper reagiert auf etwas und sendet ein Signal. Wir nehmen es vielleicht wahr oder auch nicht. Muskeln spannen sich unter Stress oder in einer als unangenehm empfundenen Situation oder bei starken Gefühlen an. Was nun interessant ist, dass es eine umgekehrte Wechselwirkung gibt: wenn wir innerlich ruhig sind, sind auch die Muskeln entspannt. Der Begründer der Progressiven Muskelentspannung der amerikanische Arzt und Physiologe Edmund Jacobsen fand bereits 1929 heraus, dass Menschen, die körperlich entspannt sind, keine Angst empfinden. Diese Wechselwirkung können wir bewusst nutzen. Ich finde das unglaublich faszinierend. Wenn wir den ganzen Tag nach unten gebeugt auf unser Handy starren, kann es sein, dass wir uns anschließend schlecht fühlen. Und zwar nicht nur aufgrund der Inhalte, die wir konsumiert haben, sondern schlichtweg aufgrund der Körperhaltung des gesenkten Kopfes über einen längeren Zeitraum und der eingeschränkten Bewegung des Körpers, der nur mit 1-2 Fingern scrollt und tippt. Es gibt weitere Beispiele, die sehr interessant und erforscht sind. Sich einen Stift zwischen die Zähne zu klemmen und eine Weile die dadurch erzeugte grinsende Mimik einzunehmen, wirkt sich positiv auf die Stimmung aus.

Körpersprache bedeutet für mich eine Antwort zu finden auf: "Wer bin ich und was will ich in die Welt bringen?"

Die amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy fand heraus, dass das Einnehmen einer Siegerpose einen positiven Effekt auf unsere Selbstsicherheit hat. Es reicht aus nur 2 Minuten lang eine Siegerpose einzunehmen, um in eine selbstsichere Stimmung zu kommen, die über mehrere Stunden anhält.


Die Heart Ahead-Methode zielt darauf ab, dass du deine Körperwahrnehmung schulst und Signale wahrnimmst, die dich auf Stress, Unruhe und Situationen hinweisen, die dir nicht gut tun und ebenfalls die Situationen zu erspüren, die dich stärken. Die Momente, die uns stärken übersehen wir oft, weil wir uns meist zu stark mit unangenehmen Momenten aufhalten. Mit der Heart Ahead-Methode lernst du nicht, tolle Posen zu üben, damit du breitbeinig durch die Weltgeschichte läufst und andere mit deiner Körpersprache manipulieren kannst. Es geht vielmehr darum, dass du dich mit dir selbst verbindest, deine Ressourcen stärkst, deine Kraft spürst und ein authentisches Strahlen lebst.

Wenn du gern etwas zum Thema Embodiment lesen möchtest, empfehle ich dir das deutsche Grundlagenbuch von Wolfgang Stacher, Maja Storch, Gerald Hüter und Benita Cantieni: Embodiment, die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen.

In meiner körpertherapeutischen Ausbildung zeigte unser Ausbilder uns einen Comic von Charlie Brown, wie dieser mit gesenktem Kopf zu Lucy sagt: „So ist mein depressiver Stand. Wenn man depressiv ist, macht es einen großen Unterschied, wie du stehst. Das Schlimmste, was du tun kannst, ist dich aufzurichten und den Kopf nach oben zu nehmen. Du fängst sofort an, dich besser zu fühlen. Wenn du ein wenig Freude an deiner Depression haben willst, musst du den Kopf nach unten nehmen.“

Probiere doch mal etwas aus

  • Starte eine Bildersuche im Internet nach dem Charlie Brown Comic (Suchbegriff: Charlie Brown Depression)
  • nimm zunächst für 2 Minuten die eine Pose und dann für 2 Minuten die andere Pose ein.
  • Was nimmst du wahr? Wie fühlst du dich in welcher Pose?

 

  • Wenn du das nächste Mal irgendwo stehst und wartest, mache einen kurzen Check durch deinen Körper: Wie geht es deinen Schultern? Wie sitzte der Kopf auf dem Körper? Wohin geht der Blick nach oben? Nach unten?Möchtest du etwas verändern und wenn ja, wie fühlt sich das an?

Bei beiden Übungen geht es darum, dein Bewusstsein für deinen Körper zu stärken. Es gibt nichts zu erreichen. Kein Ziel, kein richtig oder falsch.

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