Intention

Intention

Weißt du warum du was tust?

Halte kurz inne, bevor du etwas machst

Kennst du den Begriff Autopilot? Das ist ein Wort, das seit geraumer Zeit im Bereich Achtsamkeit verwendet wird. Es beschreibt einen Zustand in dem wir dem Terminkalender hinterherlaufen, Dinge tun, ohne präsent zu sein und irgendwie fremdgesteuert durch den Alltag laufen, teilweise ohne am Ende des Tages zu wissen, wie wir von A nach B gekommen sind. Wann immer ich einen Kurs leite, mache ich zu Beginn eine Übung, damit wir alle ankommen. Ich auch. Und zwar nicht nur physisch, sondern mental.

 

Es gibt dieses schöne Sprichwort: die Seele reist langsamer als der Körper. Das gilt nicht nur für Fernreisen, das gilt auch für den Weg vom Schreibtisch zur Toilette oder vom Supermarkt zur Wohnung. Während des Shutdowns hatte meine Tochter im Homeschooling ein Arbeitsblatt mit dem Titel Laufdiktat. Das geht so: auf einem Zettel stehen untereinander verschiedene Wörter. Dieser Zettel sollte auf einen entfernten Stuhl gelegt werden. Dann sollte sie dorthin gehen, sich ein Wort merken und es am Schreibtisch in ihr Heft schreiben. Anschließend konnte sie selbst kontrollieren, ob sie alle Wörter richtig geschrieben hat. Meine Tochter hat sich zwischen Schreibtisch und Stuhl in Zeitlupe bewegt. Ganz langsam hat sie sich auf den Stuhl hinzubewegt und ist dann genau so langsam zurück gelaufen. Ihrer Seele hat das sicher gut getan, und ihrem Gedächtnis vermutlich auch. Es sah witzig aus, sie hatte Spaß und es war alles richtig. Es gelang ihr dadurch, sich zu konzentrieren.

 

Die Seele mag es auch im Alltag langsamer zu reisen, nicht nur im Urlaub.

Es wäre einen Versuch wert, wie es uns gehen würde, wenn wir uns mal in unserem Alltag auch in Zeitlupe bewegen würden, wenn wir von A nach B gehen. Und sich dann, bevor wir eine Handlung starten bewusst der Frage zu widmen: warum bist du hier? Und damit ist nicht gemeint, warum bist du auf der Welt, sondern warum bist du heute hier? Fragst du dich das manchmal, zB wenn du beim Spazieren bist oder beim Sport oder auch morgens, wenn du mit der Arbeit beginnst: warum bin ich hier? Ich finde es ist DIE Frage überhaupt, die mich morgens aus dem Bett bringt und die mir vor allem eine größere Qualität im Moment gibt.

Denn, wenn ich weiß, warum ich etwas mache, kann ich mein Erleben besser gestalten. Ich kann den Moment geniessen und ich bin gut mit mir verbunden. Ich stelle mir diese Frage zB auch vor einer Begegnung mit Freunden, vor Parties oder einem Meeting.

Probiere doch mal etwas aus

Vielleicht willst du sie auch mal ausprobieren? Nimm dir eine Situation aus deinem Alltag unter die Lupe, indem du kurz innehälst. Nimm einen Atemzug oder zwei und stelle dir innerlich die Frage: warum mache ich das gerade? Und es ist schon klar, dass du dich selbst ganz wunderbar dabei austricksen kannst. Zum Beispiel wenn du dich beim Zähneputzen fragst, warum und dann die innere Antwort kommt: “Na, klar doch, ich will keinen Karies und nicht zur Zahnärztin!” Aber wie wäre es vor einem Telefonat mit einem Freund oder einer Freundin dir die Frage zu stellen: “Warum telefoniere ich mit ihm/ihr?” Lass dir Zeit bis eine Antwort kommt, die dir wirklich etwas zu sagen hat.

 

Keep in touch